Norddeutsche Gartenschau hat einen neuen Chef

Norddeutsche Gartenschau hat einen neuen Chef

Prof. Hans-Dieter Warda gibt Vorsitz nach 25 Jahren an der Spitze des Fördervereins ab. Das ist sein Nachfolger.

Ellerhoop.  Es ist eine Zäsur für die Norddeutsche Gartenschau, Ende einer Ära und Beginn einer neuen zugleich: Prof. Hans-Dieter Warda hat den Vorsitz des Förderkreises Arboretum Baumpark Ellerhoop-Thiensen abgegeben. Nachfolger des 80-Jährigen ist Harwyn Ehlers. Der 54 Jahre alte studierte Landschaftsbauer und -architekt betreibt eine Gartenbaufirma in Hamburg-Niendorf und ist der Gartenschau seit Langem verbunden.

Arboretum: Neuer Vorstand für Förderkreis

Nach Ehlers’ Worten ist das Arboretum das touristische Highlight, der Leuchtturm im Kreis Pinneberg. Man werde die Fenster dieses Leuchtturmes noch etwas reinigen, um die Strahlkraft zu erhöhen. Themen wie der Lebensraum Wiese, Gartentourismus sowie die Entschleunigung gestresster Besucher im Arboretum seien ebenso Aufgaben wie die Ausweitung der Schulungstätigkeit, die Arbeit der Gartenakademie und die Ausweitung von Angeboten für den interessierten Besucher.

Warda, der 40 Jahre lang aktiv im Verein mitgearbeitet hatte und 25 Jahre dessen Vorsitzender gewesen war, galt in den vergangenen Jahrzehnten als das Gesicht der Gartenschau. Ein Mann, der leidenschaftlich und sehr ausführlich über die Pflanzen sprechen konnte, für die er sich so sehr begeisterte. „Ich habe mich Hals über Kopf in das Arboretum verliebt – es war Liebe auf den ersten Blick“, erinnerte der ehemalige Leiter des Botanischen Gartens in Hamburg an seine ersten Jahre in Ellerhoop – und ließ vor den Teilnehmern der Mitgliederversammlung des Vereins die vergangenen vier Jahrzehnte ausführlich Revue passieren. Er hört schweren Herzens auf und kündigte an, auch künftig nicht ganz von der Bildfläche verschwinden zu wollen: „Loslassen kann ich nicht! Ich werde zwar das Amt des Vorsitzenden abgeben, aber ich kann nicht loslassen. Kann man ein Kind loslassen?“

Neu im erweiterten Vorstand sitz jetzt die Molekularbiologin und Gartentherapeutin Barbara Böttcher, die sich in der Gartenakademie engagiert, und die Journalistin Beate Müller als Expertin für Öffentlichkeitsarbeit.

Herwyn Ehlers übernimmt Förderkreis-Vorsitz von Hans-Dieter Warda

Herwyn Ehlers übernimmt Förderkreis-Vorsitz von Hans-Dieter Warda

ELLERHOOP | Noch wird Herwyn Ehlers in seiner neuen Funktion beim Förderkreis Arboretum Baumpark Ellerhoop nicht erkannt. So erklärt sich das erstaunte Gesicht der Mitarbeiterin, als Ehlers an der Kasse vorbei zum Fotoshooting vor den Münsterhof gehen will. Erst als er sich als Vorsitzender zu erkennen gibt, kommt das fröhliche Gesicht mit einem „Herzlich Willkommen“ zurück. Überraschend ist diese Reaktion nicht, hat Ehlers das Amt doch gerade erst von Hans-Dieter Warda übernommen und zeigte, dass er große Fußstapfen nicht scheut.

Ich habe als Student jedes Wochenende im Arboretum verbracht habe. So habe ich den Geist von Ellerhoop aufgesogen.
Herwyn Ehlers, neuer Vorsitzender des Förderkreises Arboretum

Geboren ist Ehlers 1967 in Hamburg-Niendorf; dort lebt er auch heute wieder. Nach dem Abitur folgte für den Vater von zwei Kindern zunächst eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner. Nach der Bundeswehrzeit ging es 1990 zum Studium Garten und Landschaftsbau nach Osnabrück. „Hier habe ich Warda kennen gelernt, er hat mich so begeistert als mein Professor für Freilandpflanzenkunde, dass ich jedes Wochenende im Arboretum verbracht habe. So habe ich den Geist von Ellerhoop aufgesogen“, erzählt Ehlers.

Autor mehrerer Fachbücher

Seine Diplomarbeit zum Thema „Parkanlagen im Großraum Hamburg“ habe Warda begeistert, wie dieser selbst während der Mitgliederversammlung berichtete. Weitere Bücher über die Gärten und Parks in Schleswig-Holstein und in Mecklenburg-Vorpommern folgten. Gartentourismus ist eines seiner zentralen Themen, viele seiner Reisen haben die Gärten in England zum Ziel.

Studium mit Schwerpunkt Garten-Denkmalpflege

„Von 1993 bis 1995 habe ich in Dresden ein Aufbaustudium an der technischen Universität absolviert. Landschaftsarchitektur und hier der Bereich Garten-Denkmalpflege war mein Fach“, so Ehlers über seinen weiteren Werdegang. Nach einer kurzen Zeit in Wien ging es zurück nach Dresden. Dort macht er sich 1998 als Garten- und Landschaftsbauer selbstständig. Wegen eines Großauftrags musste er für sechs Monate nach Hamburg, hier ist er bis heute mit seiner Firma geblieben.

Ehrenamtlich in zwei Hamburger Vereinen aktiv

Ehlers ist ein Familienmensch mit vielen Freunden über ganz Deutschland verteilt. Seine Reisen gestaltet er immer in Verbindung mit dem Besuch von Gärten. Ehrenamtlich ist er engagiert in Niendorf im „Forum Kollau“, ein kleiner Bach, der die Stadtteile Schnelsen, Niendorf und Lokstedt verbindet. „Das ist der Geschichtsverein dieser Hamburger Stadtteile. Meine Mitarbeit besteht auch in Führungen durch das Niendorfer Gehege, den größten Stadtwald im Bezirk Eimsbüttel“, erzählt Ehlers.

Mehr zum Arboretum: Einer der schönsten Gärten im Norden

 

Der neue und der alte Vorsitzende des Förderkreises mit Blumen vereint: Herwyn Ehlers (links) und Hans-Dieter Warda.

 

Auch ehrenamtlich tätig ist er im Verein „Pro Niendorfer Gehege – Verein zum Schutz des Niendorfer Geheges und der umliegenden Feldmarken“. Die Landschaft hat ja keine Lobby, so betätigt er sich als Ansprechpartner für die Politik.

Garten des Humburg-Hauses trägt Ehlers’ Handschrift

Von vielen spannenden Projekten kann Ehlers erzählen. So betreut er mit seiner Firma seit Jahren den 3,5 Hektar großen Landschaftspark um das Schloss Düneck in Moorrege, das gerade den Besitzer gewechselt hat und nun im alten Stil restauriert werden soll. Auch zum Garten hinter dem Humburg-Haus in Barmstedt hat Ehlers eine enge Beziehung. „Der Zahnarzt Ernst Heinrich Humburg war der Nachbar meiner Mutter. Jeden Abend nach Feierabend haben wir den Garten in Barmstedt angelegt, bepflanzt und gepflegt“, berichtet er.

Wir werden in den sozialen Netzwerken aktiver werden müssen, um auch die jüngere Generation zu erreichen. Millionen Touristen reisen nach England um sich Gärten anzuschauen, warum nicht in Deutschland?Herwyn Ehlers, neuer Vorsitzender des Förderkreises Arboretum

Den Förderkreis des Arboretums leitet er auf ehrenamtlicher Basis. „In den nächsten zehn Jahren wird das zum Fulltimejob auf bezahlter Basis“, so seine Einschätzung. In seiner Antrittsrede benannte er einige Ziele seiner neuen Aufgabe. Dazu gehören Themen wie Lebensraum Wiese, Gartentourismus sowie Entschleunigung gestresster Besucher.

Arboretum soll mehr als ein Geheimtipp sein

„Das Arboretum zieht jetzt schon Leute aus ganz Deutschland und dem Ausland an. Gute Gärten müssen sich vernetzen und touristisch anbieten. Wir werden in den sozialen Netzwerken aktiver werden müssen, um auch die jüngere Generation zu erreichen. Millionen Touristen reisen nach England um sich Gärten anzuschauen, warum nicht in Deutschland“, so der Vorsitzende des mittelständischen Unternehmens Arboretum mit seinen fast 20 Mitarbeitern in Garten, Büro und Café. Das Arboretum gilt derzeit noch als Geheimtipp unter Gartenfreunden. Aber nicht mehr lange, denn auch das wird Ehlers ändern.

Info

Wahlen im Förderkreis Arboretum

Der Wechsel an der Spitze war nicht die einzige Wahl im Förderkreis Arboretum. Neu in den Vorstand gewählt wurden Barbara Böttcher, Molekularbiologin und Gartentherapeutin, sowie die Journalistin Beate Müller für die Öffentlichkeitsarbeit. Weiter eng mit dem Vorstand zusammen arbeiten wird auch Matina Buttjes, die seit vielen Jahren für die Sommerblumenpflanzungen im Arboretum Ellerhoop verantwortlich ist.

– Quelle: https://www.shz.de/33988147 ©2021

Ein neues Highlight im Arboretum

Ein neues Highlight im Arboretum

r die Verantwortlichen der Norddeutschen Gartenschau entwickelt sich die Schließung der Parkanlage gerade bei diesem traumhaften Frühlingswetter zu einer mehrfachen Zerreißprobe und finanziellen Belastung.

Während in den schleswig-holsteinischen Tierparks der Andrang riesengroß ist, müssen die Pforten des Arboretums geschlossen bleiben. Die Parkplätze – z. B. in Eekholt – sind restlos überfüllt mit Erholungssuchenden, die übrigens auch aus Hamburg und Niedersachsen anreisen.

Im Büro der Norddeutschen Gartenschau steht das Telefon nicht mehr still. Immer wieder werden die Mitarbeiter*innen mit Fragen überschüttet und oft in heftige Diskussionen verwickelt. Die Anrufer, es sind Garten- und Naturfreunde, können zu Recht nicht nachvollziehen, inwiefern ein geregelter Besuchsablauf in dem weitläufigen Gelände der Norddeutschen Gartenschau (16 ha mit Wiesenpark) eine höhere Ansteckungsgefahr darstellt, als in den Tierparks.

Nach dem Winter und den vielen Corona-Einschränkungen ist die Sehnsucht der Menschen nach Grünräumen und spannenden Blumenerlebnissen, die für Körper, Geist und Seele anregend und erholsam sind, sehr stark ausgeprägt.

Die allgemeine Wohlfahrtswirkung des Grüns wird immer noch unterschätzt.

Leider blüht der Bilderbuchfrühling in der Norddeutschen Gartenschau an unseren Besuchern vorbei. Gerade beginnt bei uns die deutschlandweit bekannte Strauchrosenblüte. Und mit den etwa 600.000 schneeweißen, duftenden Dichter-Narzissen, sie stehen zurzeit in voller Blüte, verpassen unsere Gartenfans und treuen Dauerkartenbesitzer einen der schönsten Blütenhöhepunkte im Gartenjahr.

Für den Förderkreis, der für die jährliche Unterhaltung etwa 550.000,- € erwirtschaften muss, um Gehälter und Sachmittel zu finanzieren, sind die Einnahmeverluste von März und April ein finanzielles Desaster.

Die entgangenen Einnahmen sind bis zum Jahresende nicht mehr aufzuholen und gefährden in Kürze die Zahlungsfähigkeit des Förderkreises.

In Hinsicht auf die Schließung gibt es für die Dauerkartenbesitzer einen kleinen Trost: Die Norddeutsche Gartenschau verlängert die Gültigkeit der aktuellen Dauerkarten um eine Frist von zwei Monaten.

Dennoch ein neues Highlight

Es ist der Otto Henneberg-Poppenbüttel Stiftung zu verdanken, dass es trotz der Corona-Krise in der Norddeutschen Gartenschau keinen Stillstand gibt.

Dank einer sehr großzügigen, zweckgebundenen Spende für die Themen Schule, Studium und Volks- und Umweltbildung, haben wir in den letzten Wochen mit einem sehr großen technischen Aufwand ein 85 Zoll (215,09 cm) Outdoor Display in UHD (4K) installiert. Die Gesamtzuwendung der Stiftung beträgt für dieses Projekt rund 30.000,- €. Auf diesem großen Hochleistungs-Display werden wir neben Lehrfilmen aus der Schulbiologie, der Gehölzkunde und Baumökologie auch aktuelle Kurzfilm-Tipps für Garten- und Naturfreunde zeigen.

Fünf Lehrfilme sind bereits fertiggestellt worden. Der aktuellste Beitrag ist eine 3 D Filmanimation zu dem schulbiologischen Thema:

Hauptfunktionen der Blätter – Aufbau, Photosynthese und Ablauf der Herbstfärbung.

Dieser Lehrfilm hat eine Länge von 7 Minuten.

Ein Thema, das Herrn Warda besonders am Herzen liegt, ist die

Untersuchung über den ökologischen Wert heimischer und nicht heimischer Gehölzarten als Lebensraum und Nahrungsgrundlage für Insekten und andere Tierarten.

An diesem interessanten und hochaktuellen Filmthema arbeitet Warda, der ein leidenschaftlicher Freizeit-Profi-Filmer ist und auch die bisherigen Videos selber gedreht hat, seit zwei Jahren.

Unbemerkt erblüht die Norddeutsche Gartenschau

Unbemerkt erblüht die Norddeutsche Gartenschau

Corona sorgt überall für Stillstand. Aufgrund des Erlasses der Regierung sind die Tore der Norddeutschen Gartenschau – Arboretum Ellerhoop geschlossen. Im Park muss es aber weitergehen – Kurzarbeit ist hier ein Fremdwort. Auch wenn die Besucher fehlen, arbeiten unsere Gärtner auf Hochtouren und setzen die bereitstehenden 20.000 Stiefmütterchen, Bellis, Vergissmeinnicht und Ranunkeln in Beete und Rabatten. Die Pflanzen müssen in die Erde – egal, ob der Park geöffnet ist oder nicht.

Wir hoffen alle, dass dieser Ausnahmezustand nicht mehr allzu lange anhält. Wenn dann die Tore der Norddeutschen Gartenschau wieder geöffnet werden, empfängt ein leuchtendes Blütenmeer die Besucher. Die aktuellen Fotos sind nur ein Vorgeschmack auf die Pracht, die uns dann erwartet.

Um die Zeit bis zum nächsten Parkbesuch zu überbrücken, legen wir Ihnen das Buch “Norddeutsche Gartenschau – Arboretum Ellerhoop” ans Herz (19,95 €, Ulmer Verlag). Der Autor Martin Staffler hat mit Fotos von Hans-Dieter Warda ein beeindruckendes Werk geschaffen, das dem Leser wundervolle Ansichten des Parks präsentiert.

Zu beziehen ist es über die Norddeutsche Gartenschau (per E-Mail an info@norddeutsche-gartenschau.de oder per Post an Förderkreis Arboretum Baumpark Ellerhoop-Thiensen e. V.).