Die Lotosblüte

… im schönsten Garten des Nordens

 

Die Lotosblume

Die spektakuläre Lotosblüte zeigt sich zur Hauptblütezeit im August in ihrer vollen Pracht auf dem Parksee. Nirgendwo in Deutschland blüht sie in einer so ausgedehnten Freilandkultur wie in der Norddeutschen Gartenschau.

Die Indische Lotosblume (Nelumbo nucifera) gehört zur Familie der Seerosengewächse und ist im wärmeren Asien, westlich bis zum Kaspischen Meer und von Japan bis Nordost-Australien verbreitet. Vor der letzten Eiszeit waren Lotosblumen auch in Europa beheimatet.

Kaum eine andere Pflanzenart ist so symbolträchtig und von Mythen umrankt wie die Indische Lotosblume. Den Indern gilt die Pflanze als heilig. Vom chinesischen Volk wird sie seit alters her tief geliebt und verehrt. Für die Chinesen ist die Lotosblume das Symbol für Vollkommenheit, Reinheit und Unbestechlichkeit und sie zählt zu den acht Kostbarkeiten des Buddhismus.

Neben ihrer überwältigenden Schönheit hat die Lotosblume in Asien eine große wirtschaftliche Bedeutung als Nahrungsmittel und Medizin. Die kalorienreichen Wurzelrhizome werden als Mehl und zur Zubereitung von Süßspeisen verwendet. Aus den Blattstielen wird ein Salat bereitet, während die begehrten Samen gekocht, gebraten, roh oder kandiert genossen werden. Der Milchsaft junger Pflanzen enthält das Herzalkaloid Nelumbin.

Auf dem Lotosblatt haften weder Wasser noch Schmutzpartikel. Dieses Phänomen beruht nicht  auf einer glatten Oberfläche, wie man zunächst annehmen würde, sondern auf einer sogenannten Mikrorauhigkeit.

Mikroskopisch kleine Zellausstülpungen, die von feinsten Wachskristallen überzogen sind, prägen die Struktur der Blattoberfläche. Auf dieser mikrorauhen Oberfläche behält der Wassertropfen seine Kugelgestalt, weil die Kraft des Zusammenhaltens seiner Moleküle (Kohäsion) größer ist als die Anziehungskraft  des Blattes (Adhäsion).

Die über das Blatt abrollenden Wassertropfen nehmen Schmutz- und Staubpartikel mit und reinigen so die Oberfläche. Dieser sogenannte   Lotos-Effekt wird neuerdings in der Lackindustrie bei der Herstellung von Spezial-Lacken für Gebäudeoberflächen genutzt.